Sonntag, 17. Februar 2008

Wie sieht eine Alternative

zu einem Godi aus, wie wir ihn alle kennen?
Welche Elemente sollten vorkommen, welche funktionieren überhaupt nicht?
Würd mich mal interessieren, was ihr so denkt.

Kommentare:

Frieda hat gesagt…

Anstatt Predigt eine Gesprächsrunde, so wie bei Frag nach. Man kommt zu einem Thema miteinander ins Gespräch. Definitiv braucht man keine Ansagen und Grüße von Gästen auch nicht. Singen muss auch nicht jedes Mal und sowieso nur, wenn genug Leute da sind, die auch Lust haben mit zu singen. Dass die Lieder modern sind, setz ich jetzt mal als Anforderung voraus. Abendmahl feiern wir ja auch irgendwie, wir essen zusammen.

schneekoenig hat gesagt…

Ich denke, dass man alles was mit Ansagen zu tun hat in einer anderen Form bekannt gemacht werden kann und im Gottesdienst nicht verbalisiert werden muss. Im Gottesdienst sollte eine Folie zum lesen vor Beginn reichen.
Keine Predigt wäre sicherlich nicht gut. Muss ja nicht immer sein, aber mir und anderen Personen fällt auf, dass manch eine Predigt mitten ins Leben spricht und ein weiterer Schritt sein kann. Wem das nicht so geht muss sich evtl. an andere Quellen wenden. Für mich ist klar: wenn es gar keine Predigt gibt dann bin ich auch weg!
Gebet finde ich nötig- ist ja schließlich ein Treffen als Gemeinde mit Gott. Oder soll es sein...
Berichte aus dem Leben von Leuten aus der Gemeinschaft finde ich ebenfalls wichtig. Weil Leben als Christ auch immer miteinander Leben ist. So sollte es sein...
Aus der Bibel vorlesen finde ich auch wichtig.
Musik finde ich auch wichtig- singen tu ich aber schon lange nicht mehr. Aber warum? Tjoa... Wer weiß?

Warum gehe ich zu einem Gottesdienst? Weil ich von und über Gott hören will und mit Anderen die das auch wollen Gemeinschaft haben will. Dazu gehört die Predigt, Gebet und das was andere aus ihrem Leben berichten. Und das verändert mich und bringt mich in meinem Leben weiter. Musik etc. hat mich nicht wirklich verändert, trägt aber dazubei, dass ich gerne da bin so lange sie unterstüzend wirkt. Wenn sie schlecht ist sollte man sie verändern statt zu entfernen.

Ansonten denke ich, ist es gut sich bewusst zu sein was man hat. Ich höre schon wie z.B. misstee stöhnt und grummelt wenn sie diesen Satz ließt. :-) Und verstehe es gut. Ich will nur daran erinnern, dass die Dinge die wir vermissen oder die wir wollen auch nur dann kommen wenn wir sie tun. Aber lasst euren Unmut nicht das verdecken was ihr an super Zeugs in eurem Leben schon habt (kommt mir bei einigen von uns so vor). Und wenn die Gemeinde oder was auch immer wie ne Wand da steht und das neue Zeugs anscheinend nicht zulassen will dann müsst ihr so lange da gegen rennen bis sie einstürzt. Und wenn das auch nix hilft, wie misstee mal äusserte, dann steigt halt drüber und lasst die anderen Leute da wo sie sind. Ihr wisst doch, dass ihr Recht habt! Die anderen werden schon früh genug erkennen, dass es richtig ist Dinge zu verändern. Und wenn nicht finden sie hoffentlich einen anderen Platz wo sie sich wohler fühlen. Oder ihr findet einen wo ihr besser aufgehoben seit. Die vergangenen Gespräche waren sehr gut. Lasst uns den Frust abschütteln und das tun was uns weiter bringt.

schneekoenig hat gesagt…

Jo- das wollte ich schon länger mal sagen. Wenn jetzt jemand böse auf mich darf man mich gerne beschimpfen. ;-)

misstee hat gesagt…

Hm, ich denke noch... :-)

misstee hat gesagt…

Als Anfang schon mal:
Ich habe diese Frage nicht für eine klassische Gemeinde gestellt, sondern für eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten, die theoretisch alle Freiheit der Welt hat. Wo können wir was Gott erleben, abseits von Worshipzeiten und Predigten?
Da muss es doch mehr geben.
Ich stimme schon damit überein, dass eine Predigt Impulse geben KANN, aber sie ist definitiv nicht das Non-Plusultra und auf keinen Fall unersetzbar.
Wache Menschen lesen und hören und sorgen sich aktiv und selbständig um ihr geistiges Wachstum, um dieses Phrasenwort mal zu benutzen.
Praktische Fragen zum Thema Predigt: Wer?
Was? Wo?
Praktische Fragen zum Thema Gebet:
Wie?
Wer?
Was?
Wann?
Hört Gott nur zu, wenn man ihn persönlich anspricht?
Ist Gott eventuell teilweise auch mal genervt und gelangweilt von uns, weil wir einfach irgendwas beten? Weil wir reden wie die Kinder, ohne uns praktische Gedanken zu machen und dann die Hände in den Schoß legen und warten?
Wünscht sich Gott eventuell nicht erwachsene Gegenüber, die sich nicht ewig im Kreis drehen?
Ich lehne mich weit aus dem Fenster, ich weiß.

schneekoenig hat gesagt…

ok, vastehe! aber so rechte antworten fallen mir da nicht ein. ich fände es gut, wenn gott einfach sagen würde wie so was aussieht. durch mein nachdenken komme ich da nicht wirklich weiter.

misstee hat gesagt…

Ich glaube, dass Gott das aber nicht machen wird.
Meiner Meinung nach ist es ihm wichtig, dass wir selber suchen und ausprobieren, und dann etwas ehrlich, echtes Finden, was uns und ihm entspricht.
Hinter vielen Elementen steckt nämlich eher die negative Tradition, die nicht mit Herz gefüllt ist. Wage ich jetzt mal zu behaupten.

schneekoenig hat gesagt…

negative tradition... ein interessanter begriff.

ist es so wichtig was man tut? vielleicht kommt es ja wirklich nur darauf an wie man es tut? (um mal eine der alten redensarten hervor zu holen)
woher weiß man, dass jemand nur tradition ausübt? kann ich das beurteilen ob jemand nur tradition auslebt oder gott dienen will?

misstee hat gesagt…

Ich glaube die Gefahr ist groß, dass man in alte Verhaltensmuster zurückfällt, weil man es eben schon immer so gemacht hat. Dieselben Worte benutzt, die gleichen Lieder singt, den gleichen Predigtstil. Mir persönlich ist es wichtig, etwas zu finden, dass ich mit gestaltet habe, bei dem ich das Gefühl habe, das habe ich mir mit Gott zusammen erarbeitet und das entspricht mir. Und der aktuelle Godi bei uns tut das nicht.

schneekoenig hat gesagt…

so langsam komme ich der sache näher.

das was unsere gemeinde im godi macht ist ja so ziemlich das was alle machen. wsa macht denn diese gemeinde in essen anders? die gemeinde wo ihr von erzählt habt...

misstee hat gesagt…

Die Gemeinde in Essen macht auch einen normalen Godi, dabei ist sie aber locker und relevant, weil es vor allen Dingen Leute in unserem Alter sind, die das machen worauf sie Bock haben, und was Ihnen entspricht. Allerdings sind die jetzt nicht für mich das Paradebeispiel für was Neues, so wie ich es im Moment suche. Die sind einfach gut drauf, intelligent und machen Spaß.

schneekoenig hat gesagt…

denkst du darüber nach eine art gottesdienst ausserhalb der gemeinde(räume) zu veranstalten? quasi bei euch?

misstee hat gesagt…

Äh, nicht direkt.
Indirekt evt. schon. Kommt drauf an, wie man Gottesdienst definiert, ob er immer so einen Rahmen haben muss wie bei uns Sonntags. Vielleicht ist Gottesdienst auch was ganz anderes unkonventionelles, wo Gott da ist und die Menschen.

misstee hat gesagt…

Besser gesagt, ich suche schon eine Alternative zu dem klassischen 10 Uhr - Godi bei uns. Wer den macht und wo der statt findet....

schneekoenig hat gesagt…

man könnte den auf 11uhr verlegen? ;-)

schneekoenig hat gesagt…

heißtes nicht, dass unser leben ein gottesdienst sein soll? ein sogn. gottesdienst in einer gemeinde an sich ist sicherlich nichts was abgeschafft werden müsste. aber zum christen macht er mich auch nicht- ebenso die mitarbeit.
(is jetzt nix neues, ich weiß)

miteinander und zu anderen menschen in der liebe bleiben die jesus uns gelehrt hat- mehr brauchen wir doch nicht?

ist dann nicht alles klar wenn ich so lebe? ganz egal wie man das dann praktisch tut.

misstee hat gesagt…

Leben wir denn so? Oder hab ich irgendwas verpasst?

schneekoenig hat gesagt…

jo, das mein ich ja- ich jedenfalls lebe nicht so!
wie wäre es, das was jesus gelehrt hat neu zu entdecken? nachforschen, fragen etc... jesus neu begegnen

Sonni Maier hat gesagt…

Hallihallo ihr Lieben,
ganz liebe Grüße aus Holland! Ich habe gerade eine halbe Stunde Drehpause und kann hier unerwarteterweise kurz ans Internet. Und bei so einer fruchtbaren Diskussion kann ich doch nicht widerstehen... sehr interessant!!

In aller Kürze meine unsortierten Gedanken:

- Statt einer Predigt "von vorne" würde mir eine Diskussions- und Gesprächsrunde mehr entsprechen. Man macht sich mehr Gedanken über das Thema und findet selbst eine Antwort, die einem selbst entspricht.

- Ich möchte auf keinen Fall ein offizielles Gebäude oder offizielle Räume haben. Das bindet meiner Ansicht nach zuviel Kraft und Mittel (Reinigungsteam, Dekoteam, Hausmeister, Miete, Versicherungen...). Ich finde kleine Kreise in den Wohnungen besser, gemütlicher und persönlicher.

- Überhaupt fände ich es gut, im Zellgruppenmodus zu bleiben. D.H. wenn die Gruppe zu groß wird, teilt man einfach und macht eine zweite Zelle in einem anderen Haus auf. So bleiben wir immer schön persönlich und kuschelig.

- Lobpreis mag ich nicht, jedenfalls nicht in der "traditionellen" Form (American Style Worship).

- Essen find ich super. Wie war das bei den 1. Christen, die haben doch auch zusammen gegessen?

- Alles in allem ist Frag.nach gerade mein Gottesdienst- und Gemeindeersatz. Ist voll meine Form. Ich glaube, ich vermisse nichts.

- Zu einer Gemeinde würde meiner Ansicht nach noch gehören, dass man gemeinsam aktiv wird. Das man als Gruppe sich irgendwo engagiert und/oder eine gemeinsame Vision hat, wie wir in unserer Stadt (oder globaler) Not lindern können. Z.B. bei der Tafel mitarbeiten, oder kostenlose Hausaufgabenhilfe für Migranten anbieten, oder alleinerziehenden Müttern helfen oder oder. Was wir auf dem Herzen haben.
Damit wir nicht nur in der Theorie versauern, sondern aktiv dem Vorbild unseres Vorbilds folgen.

What do you think?
Nochmal einen ganz lieben Gruß,
eure Sonni

misstee hat gesagt…

Ich stimme dir soweit erst mal zu. :-)
Was ich mir für die Zukunft noch vorstellen würde, wäre irgendwas, wo man direkt mit Gott in Kontakt treten könnte. Irgendeine Form von Gebet oder Stille.
Das man sich quasi darauf konzentriert, dass Gott da ist. Ansonsten finde ich das gemeinsame Essen und Themen erarbeiten auch super. Und für soziales Engagement bin ich auch immer zu haben. Das sehe ich für mich im Moment bei Aktionen in der Gemeinde, bei denen gezielt Nichtchristen angesprochen werden, wie die Woche der kreativen Künste zum Beispiel. Aber langfristig würde ich da auch noch mal suchen.
Sonntag mach ich wahrscheinlich unter anderem Hefeschnecken mit verschiedenen Füllungen als Nachtisch. Irgendjemand eine Idee was es sonst zu Essen geben könnte?

schneekoenig hat gesagt…

Pekingente

schneekoenig hat gesagt…

oder Pasta mit Pesto

misstee hat gesagt…

Wenn du Pekingente mitbringst können wir das ja gerne machen. Ansonsten wäre ich für eine einfachere, kostengünstigere Alternative.

schneekoenig hat gesagt…

dann is pesto doch ok? oder wir machen spagetti (?) mit soße aus eigener herstellung.
bin nicht so der kochheld, daher fällt mir nix besseres ein

Sonni Maier hat gesagt…

Stille fände ich sehr gut. Also, jetzt nicht als Essen. :-)
Bin ja doch ziemlich auf der neo-kontemplativen mysto-emergenten retro-meditativen Schiene (oder was es sonst für funky Wörter dafür gibt). Deshalb fände ich ein Element der meditativen Gottesbegegnung gut, also ganz simpel auf Deutsch: Einfach ein paar Kerzen aufstellen und 10 Minuten schweigen.

Leon hat gesagt…

leon finde diese idee mit 10 minuten stille sehr geil.