Montag, 12. Mai 2008

Tankstelle

Gestern beim Grillen kam die Frage, was uns von den Menschen unterscheidet, die automatisch das Gute tun und sich um andere kümmern und ein großes Herz für sie haben. Automatisch heißt in dem Fall, dass sie zu keiner Religion gehören, keinen Glauben haben, in dem der Punkt Nächstenliebe irgendwie dazugehört und teilweise sogar Pflichtprogramm ist.

Dann kam der Einwand, dass wir bei Gott auftanken können für die Menschen, mit denen wir uns umgeben. Dass die Liebe, die wir weitergeben von Gott kommt, weil wir selber nicht so viel Liebe geben können ohne auszutrocknen.
Das stimmt glaube ich bedingt, ich glaube dass verschenkte Liebe immer zurückkommt, irgendwie. Auf der anderen Seite ist es natürlich sehr frustrierend, wenn die Menschen sich nicht helfen lassen wollen/können und nicht aus ihrem Kreislauf rauskommen.

Nun die spannende Frage:
Wie können wir Gottes Tankstelle anzapfen?
(Das Phrasenschwein wird von mir postwendend durch eine Spende gefüllt.)
Wie können wir andere Menschen durch Gottes Augen sehen und wie können wir ihnen dann helfen? Mit einer Hilfe, die wirklich hilft und nicht nur unser schlechtes Gewissen beruhigt?

Kommentare:

Melli hat gesagt…

Wenn wir tatsächlich glauben, daß in unserem Herzen Gott selbst Platz genommen hat und wenn wir auch der Meinung sind daß seine Geistkraft uns beseelt, dann muß diese "Tankstelle" oder Quelle in uns zu finden sein . Es kann von aussen nicht mehr göttliches in uns hineingelangen was nicht schon drin wäre.
Wenn wir in dem Bewußtsein leben Gott selbst und damit auch seine Liebe für alle Menschen ist nirgendwo anders zu finden als in uns dann wird Nächstenliebe zu einem Lebensstil. Nächstenliebe verstehe ich nicht ausschliesslich als Hilfe, sondern zu allererst als die Art und Weise jeden Menschen mit Gottes Augen zu sehen und das meint für mich, jedem seine Würde zuzuerkennen.

misstee hat gesagt…

Cool.
Jedem Menschen seine Würde anzuerkennen hilft. Mir zumindest.
Würdest du sagen, dass wir quasi einmal unsere Quelle auffüllen, Gott nimmt Platz und dann ist gut? Oder dass das regelmäßig passieren muss?
Und wie trete ich mit dieser Quelle in Kontakt?
Bedeutet das mit Gott zu reden, die Natur zu bewundern, ruhig sein?
Wie machst du das?

Anonym hat gesagt…

Wieso gibt es Menschen, die ohne Gott zu kennen, Nächstenliebe ausleben können? Und warum braucht ein Christ die Erfüllung von Gott, damit er Nächstenliebe ausleben kann? Sollte nicht gerade der Christ kein Problem damit haben?

misstee hat gesagt…

Sehr gute Frage.

finally.phree hat gesagt…

Das vorletzte Kommentar klang so, als würde allgemein angenommen werden es gäbe einen unterschied in diesem Thema zwischen Christen und Nicht-Christen. Das ist nunmal falsch. Ich denke, dass Christen und Nicht-Christen bei dem Thema genau auf dem selben Level sind, aber Christen (wenn sie es wirklich wollen) sich bei dem Thema unterstützung bei Gott suchen.

Jetzt kann irgendwer sagen "Ja aber Christen die ich kenne sind so und so". Wer mir jetzt so kommt, der hat die eine Gruppe von Menschen gesehen und überträgt das auf alle Christen und nimmt sich darüber hinaus, und das wirklich dreist, die Freiheit zu behauptet er könne die Motivation und Bereitschaft eines Menschen an eigenen Maßstäben fest machen und dadurch ins Herz blicken.
In den Psalmen ist David der auffassung, dass nur Gott in das Herz blicken kann,weil es so unergründlich tief ist. Und das sehe ich genau so.
Und woran erkennt man denn, dass die jemand wirklich Nächstenliebe auslebt.

"Wieso gibt es Menschen, die ohne Gott zu kennen, Nächstenliebe ausleben können?"

Wieviel kennst du wo du 100% sagen könntest das du ihr Herz kennst um zu wissen das es sich hier wirklich um Nächstenliebe handelt?

"Und warum braucht ein Christ die Erfüllung von Gott, damit er Nächstenliebe ausleben kann?"

Ich denke damit er merkt, dass er selbst nicht der ist der so cool ist das der Nächsteliebe geben kann, sondern ein Christ will mit seinem leben darauf hinweisen, dass es Gott gibt und deshalb lässt er sich von Gott liebe schenken, die er weiter gibt um sagen zu können, dass es nicht von ihm aus geht, sondern von Gott. Denn nächstenliebe ist nicht da um der nächstenliebe willen.

"Sollte nicht gerade der Christ kein Problem damit haben?"

Christen sind auch nur Menschen und heben sich NICHT von Nicht-Christen hab. Denn es gibt sicher genauso viele Christen die ein Problem mit nächstenliebe haben wir Nicht-Christen. Denn die sind NICHT auf zwei verschiedenen Levels sondern genau auf den selben und leben in genau der selben welt wie die nicht-christen und stehen nunmal vor genau den selben problemen.

Sonni Maier hat gesagt…

"Denn nächstenliebe ist nicht da um der nächstenliebe willen."

Tatsächlich? Wofür denn dann?
Wenn mich ein Mensch nur liebt, damit er mich auf Gott hinweisen kann, würde ich mich nicht geliebt fühlen, sondern ganz schön verarscht.
Ich verlange! dass mich Menschen, die mich mögen, wegen mir selbst mögen. Weil sie mich gut finden und/oder gern mit mir zusammen sind.

Sollte nicht der zu liebende Mensch im Zentrum stehen? Ich möchte Menschen mit Achtung, Respekt und Nächstenliebe begegnen, einfach weil ich der Ansicht bin, dass jeder Mensch es verdient hat. Und weil ich Menschen mag.